fillTeaser   Neue Einteilung der "normalen" Filtertypen

Die Einteilung der Filter in Topf-, Außen-, Innen, Bio-, Schwamm usw. ist äußerst nichtssagend. Sie hat absolut nichts damit zu tun wie ein Filter tatsächlich arbeitet.

Ich schlage daher einige andere Begriffe vor:

Im Bezug auf die Filtergröße:
Kleinstfilter (Filtermaterial bis 1% des Beckenvolumens)
Kompaktfilter (Filtermaterial bis 3% des Beckenvolumens)
Großraumfilter (Filtermaterial über 3% des Beckenvolumens)

Diesen Filtertypen lässt sich dann auch eine Filterstandzeit (Reinigungsintervalle) zuordnen:

Kleinstfilter sind Kurzzeitfilter mit einer Standzeit bis zu 8 Wochen
Kompaktfilter sind Standardfilter mit einer Standzeit von mind. 10 Wochen bis zu ca. 5 Monaten
Großraumfilter sind Langzeitfilter mit einer Standzeit von über 5 Monaten

Kleinstfilter

Die meisten Kleinstfilter sind, als alleinige Filter, für die Becken in denen sie arbeiten sollen, aufgrund des geringen Filtervolumens von oft kaum mehr als 0,5% des Beckenvolumens, vollkommen ungeeignet.

Die Schwammpatrone in solchen Filtern muss viel zu oft gereinigt werden, damit die Durchströmung nicht zu stark nachlässt, dadurch wird die Bakterienzahl so stark dezimiert, dass der Abbau von Ammonium und Nitrit nicht optimal gewährleistet ist. Eine chronische Belastung mit diesen Verbindungen, aber auch eine erhöhte Keimzahl im freien Wasser ist die Folge. Dadurch kommt es zu einer erhöhten Sterblichkeit der Fische.

Dies ist besonders tragisch, da vor allem angehende Aquarianer mit solchen Filtern in den klassischen 60x30x30 Aquarien arbeiten.
So ist der Misserfolg oft vorprogrammiert :(

Kompaktfilter

Kompaktfilter (Außenfilter: Topffilter, z.B. EHEIM, JBL Cristal Profi oder Fluval, Innenfilter: z.B. Juwel Filter) sind die am häufigsten verwandten Filter.
Bei großzügiger Auslegung liefern sie auch ausreichende bis gute Ergebnisse. Wichtig sind natürlich eine lange Standzeit und das richtige Filtermaterial.

Als besonders vorteilhaft hat sich der Einsatz eines leicht zu reinigenden Vorfilters und/oder eines zusätzlichen Schnellfilters (Innen-Kleinstfilter), zur Aufnahme der mechanischen Verschmutzung, erwiesen. So kann die Filterstandzeit fast verdoppelt werden (bei entsprechender Pflege des Vorfilters und des Schnellfilters).

Es sei erwähnt, dass z.B. ein Topffilter keinesfalls einen optimalen Filtertyp darstellt, jedoch gibt es gewichtige Argumente für diesen Filtertyp:

  • einfach zu installieren
  • sehr einfache Wartung (z.B. EHEIM professionell-Serie)
  • platzsparend
  • überall erhältlich
  • preiswert

Großraumfilter

MaximalGroßraumfilter sind mit Sicherheit die leistungsfähigsten Filter.

Einer der biologisch sicherlich wirksamsten Filter und gleichzeitig einer der einfachsten ist der sog. Hamburger-Mattenfilter (HMF): eine simple Schaumstoffwand aus Polyurthan Schwamm (ca. 20 ppi, ca. 5-10cm stark) mit ungefähr 5cm Freiraum bis zur Glasscheibe. In diesem Freiraum befindet sich eine Pumpe oder ein Luftheber, der das Wasser wieder vor die Schwammwand befördert. Als sehr nachteilig sei der immense Platzverbrauch, die geringe optische Ästhetik und die kaum mögliche Reinigung genannt.

Biologisch nicht ganz so gut aber mit einem besseren Handling sind aus Glas geklebte, oder direkt in das Aquarium eingeklebte sogenannte 2 oder 3 Kammer Biofilter2.

HMF Eine ebenfalls einfache, aber etwas platzsparendere und wesentlich besser zu reinigende Weiterentwicklung des Hamburger Mattenfilters ist der Neu Wulmstorfer Filter (ich nenne ihn einfach so, weil wir ihn in Neu Wulmstorf entwickelt haben und einsetzen – da er eine logische Entwicklung ist, bin ich aber überzeugt, dass auch viele andere solche Filter erdacht haben und einsetzen.)

Auch dieser Filter kommt nur mit PUR Schwamm aus (erster Schwamm in 10ppi und zweiter in 20ppi). Seine biologische Leistung ist dem Hamburger Mattenfilter ebenbürtig.

Hierbei werden ca. 10 cm des Aquariums mit einer Glasscheibe abgetrennt und in den entstehenden Freiraum werden 10cm dicke Schaumstoffblöcke geklemmt. Je nach Beckengröße 2-4 solcher Schaumstoffblöcke sind ein idealer Filter. Der Überschussschlamm kann zwischen den Blöcken einfach abgesaugt werden. Und die Reinigung einzelner Blöcke stört in keiner Weise das biolog. Gleichgewicht im Becken.
Am Ende hat die Scheibe ein Loch durch das das Wasser wieder herausbefördert wird (Pumpe oder Luftheber). Man kann allerdings das Wasser auch über die Scheibe pumpen, wenn man keine Möglichkeit hat Löcher in Glas zu bohren.

Diese Filter haben als Nachteil gegenüber Kompaktfiltern lediglich einen etwas höheren Platzbedarf im Becken – und, wenn sie etwas aufwendiger sind einen entsprechenden, höheren Preis.

Sehr vielversprechend sind auch Kombinationen zwischen sogenannten Biofiltern und dem Mattenfilter, wobei ein Mini–Mattenfilter als Vorfilter vor dem eigentlichen Filterturm des Biofilters gestellt wird.

Letztlich kann jeder engagierte Aquarianer seinen persönlichen Filter zusammenbauen, der "besser ist als alles andere".
So ist die Frage was optimal ist am Ende, wenn das Filtervolumen und der Durchfluss stimmt, eine Glaubens- und Geschmacksfrage.

RieselfilterReine Rieselfilter sind in einem Süßwasseraquarium (und auch in einem Seewasseraquarium) nach unserer Überzeugung nicht zu empfehlen, da sie unverhältnismäßig aufwendig, damit fehleranfällig sind (z.B. defekte Schwimmerschalter) und da sie bei bepflanzten Aquarien einfach zu viel Kohlendioxid austreiben.

Der beste Filter, (nach meinem Glauben und für meinem Geschmack) den wir einsetzen können ist eine Kombination aus einem kleinem Rieselturm (zur Sauerstoffanreicherung), kombiniert mit einem großen Unterschranknassfilter, der aus mehreren geschickt kombinierten Kammern besteht, die so angeordnet sind, dass auch kein Schlamm zurück in das Aquarium gelangen kann.
Er filtert absolut perfekt – sowohl was die optische Klarheit angeht – als auch im Bezug auf die biologische Wirkung. Der Filter kommt fast ohne Reinigung aus, und produziert nach ca. 3 Monaten Einlaufzeit, durch die ungeheure Menge an lebenden Bakterien mehr Kohlendioxid, als der Rieselturm austreibt.


2 Leider ist nicht überall Bio drin, was als Biofilter angeboten wird....

(fg)

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