fillTeaser   Die verschiedenen Arbeitsweisen der Filter

Einige wichtige Tipps:

Da die Nitrifikation im Aquarium eine ganz entscheidende Stellung einnimmt, hier noch ein paar Tipps zur Sicherung der nitrifizierenden Filterwirkung, denn die Nitrifikanten sind eine recht empfindliche Bakteriengruppe:

  • Die nitrifizierenden Bakterien arbeiten nur bei pH Werten von ca. 6 - 8 zuverlässig. Bei stärkeren Abweichungen wird kaum noch Ammonium/Ammoniak bzw. Nitrit abgebaut. Aus diesem Grund ist es nicht empfehlenswert CO2 über das Ansaugrohr eines Filters einzuspeisen!
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  • Der Temperaturbereich ist ebenfalls eingeschränkt: unterhalb 10°C und oberhalb 32°C findet kaum noch Nitrifikation statt. Aus diesem Grund ist es unvorteilhaft das Wasser zu heizen, unmittelbar bevor es das Filtermaterial passiert.
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  • Nitrobacter ist wesentlich empfindlicher als Nitrosomonas; deshalb wird nach Medikamentbehandlung, Schwermetallbelastung oder zu intensiver Filterreinigung meist Nitrit angereichert.
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  • Die Teilungsrate ist gering. Nur ca. alle 20 Stunden (bei 25°C) teilen sich diese Bakterien. Deshalb dauert es ca. 3 Wochen bis sich in einem neuen oder grundgereinigten Filter wieder ausreichend Nitrifikanten angesiedelt haben. Deshalb: Neue Aquarien langsam nach und nach besetzen, Nitritgehalt überprüfen, Bakterienpräparate oder alten Filterschlamm einsetzen und sehr wenig füttern.
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  • Allein absterbende Pflanzenteile und austretende Pflanzensäfte können, wenn die Filterbiologie noch nicht ausreichend ist (z.B. bei einer Neueinrichtung) zu einer gefährlichen Ammonium- und/oder Nitritbelastung führen.

Ohne Durchströmung sterben die Nitrobacter im Filter aufgrund Sauerstoffmangels sehr rasch ab. Andere Bakterien, die ebenfalls im Filter leben, sind oft fakultativ anaerob (besitzen die Fähigkeit ohne Sauerstoff ihren Stoffwechsel aufrecht zu halten). Sie bilden dann u.U. giftige Fäulnisprodukte. Zu diesen Bakterien gehört auch Nitrosomonas, die beispielsweise giftige Stickoxide bilden. Andere Bakterien bilden wieder Nitrit.

Deshalb: Filter nicht abstellen und nach einem längeren Stromausfall unbedingt reinigen5.

Maximale und Minimale Durchströmung von Filtern:

Die Durchströmung ist zu stark, wenn die Bakterienflocken aus dem Filter herausgespült werden, die Durchströmung ist zu schwach, wenn am Filterauslauf der ganze Sauerstoff verbraucht ist, denn dies bedeutet das giftige Fäulnisprodukte entstehen können. Innerhalb dieser Grenzen ist die biologische Filterleistung praktisch unabhängig von der Pumpleistung6.

Das Märchen von den anaeroben Zonen im Filter:

Einige Autoren schreiben, dass langsamdurchströmte, sauerstofffreie Zonen im Filter den Vorteil hätten, daß das lästige Endprodukt des Stickstoffabbaus, das Nitrat, unter derartigen Bedingungen zu atmosphärischen Stickstoff reduziert wird (Denitrifikation).

Das kann auch tatsächlich geschehen. Wahrscheinlicher ist aber, dass es unter derartigen Bedingungen zu Fäulnis kommt (z.B. Entstehung von Schwefelwasserstoff) oder aber, dass das Nitrat nur bis zum Nitrit reduziert wird. Aber auch eine Reduzierung bis zum Ammonium (Ammonifikation) ist durchaus möglich. Die Folge wäre eine dramatische Verschlechterung der Wasserbedingungen.

Die gleichen Autoren propagieren auch, verschlammte Filter einfach weiter laufen zu lassen. Hierbei bilden sich rasch durchströmte Kanäle im Filter, in denen kaum Schadstoffabbau stattfindet, in den nicht durchströmten Zonen fault es jedoch und die giftigen Fäulnisprodukte werden an das fließende Wasser abgegeben. Auch hierbei verschlechtert sich die Wasserqualität dramatisch.


3 Im Test mit einem biologisch eingefahrenen Kompaktfilter und einer Durchströmung von 2x Beckeninhalt/h. Das Aquarienwasser wurde mit Natrium Nitrit auf 2mg/l Nitrit eingestellt.
4 Diese Rechnung gilt unter der Voraussetzung, dass das Aquarium ideal durchmischt ist.
5 Unter solchen Umständen natürlich sämtliche Vorsichtsmaßnahmen, wie bei der Inbetriebnahme eines neuen Filters beachten.
6 Selbstverständlich hat die Strömung sehr wohl einen großen Einfluß auf das Wohlbefinden der Tiere und Pflanzen. So bedarf es beispielsweise einer kräftigen Strömung, damit keine Partikel (Kotreste, Futterreste, Bakterienflocken) auf den Pflanzen und der Dekoration liegenbleiben. Mit einer kräftigen Strömung erreicht man auch, daß sich die Fische mehr bewegen müssen. Selbst Trockenfutter muß so erbeutet werden und fällt den Fischen nicht einfach vor das Maul. So wird auch einer Verfettung entgegengewirkt und die Tiere sind aktiver. Und natürlich ist eine vernünftige Oberflächenbewegung wichtig um auch nachts und bei kleinen Katastrophen eine Sicherheitsreserve für den Sauerstoffgehalt zu haben.

(fg)

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