fillTeaser    Die Haltung von Malawisee-Cichliden

Die Pflege von Malawi-Cichliden stellt bestimmte Ansprüche an den Aquarianer. Es besteht eine starke Bindung an eine steinige, felsige Umgebung, so daß mit mehreren Steinaufbauten, die viele Höhlenverstecke bieten, nicht gespart werden sollte. Hierbei sollte jedoch beachtet werden, dass das Becken durch Sichtblenden in einzelne Reviere aufgeteilt wird. Die Steine für diese Aufbauten kann man sich selbst suchen, vor allem wenn ein Sandsteinbruch in der Nähe liegt, denn Sandstein darf im Gegensatz zu "normalen" Aquarien eingebracht werden, da eine begrenzte Aufhärtung des Wassers bei Malawibecken sich nicht schädigend auf die Tiere auswirkt (siehe LinkWasserwerte). Leicht erhöhte Werte bezüglich der Härte werden durchweg gut vertragen.
Die Aufbauten sind direkt auf die Grundplatte auf eine dünne Styroporplatte aufzubringen, da viele Cichliden Wühler sind und sonst alles durch untergraben zum Einsturz bringen könnten. Außerdem sind viele Cichliden zum einen recht schwimmfreudige Fische und zum anderen untereinander oftmals unverträglich, daher sind Becken mit großer Grundfläche und einer Gesamtlänge von mindestens 130 cm notwendig.

Eine Bepflanzung ist möglich, sollte sich aber auf wenige Aufsitzerpflanzen wie z.B. Microsorium pteropus oder Anubia nana bzw. den im See auch vorkommenden Vallisnerien beschränken, da eine übermäßige Pflanzenpracht nicht dem natürlichen Lebensraum entspricht und zudem den in Aquarien ohnehin geringen Schwimmraum noch weiter begrenzt. Möglich sind auch eine lichte Schwimmpflanzendecke aus Lemna minor, welches auch gern von Cichliden gefressen wird, oder der Bewuchs von Steinen mit Vesicularia dubyana, da sich in diesem Aufwuchs wie im Algenrasen eine nahrhafte Microfauna bildet.
Für große und hohe Becken bietet sich zudem die genügsame, aber mit bis zu 160 cm langen Blättern riesige Cryptocoryne usteriana an.

Das vielfach in Südamerikabecken benutzte Moorkienholz ist aus einem Becken mit ostafrikanischen Cichliden gänzlich zu verbannen, da dies einerseits in einem Felsbiotop schlichtweg nichts zu suchen hat, andererseits durch Austreten von Gerbsäure (schließlich wurden diese Wurzeln über einen langen Zeitraum durch Säuren konserviert) das für Malawi-Cichliden erwünschte, alkalisch reagierende Wasser angesäuert wird.
Hier gibt es jedoch eine Ausnahme, die für viele Malawi-Becken gilt. Werden ein oder mehrere Ancistrus (Antennenwelse) in den Becken zur Algenbeseitigung eingesetzt, muß man irgendwo ein kleines Stück Moorkienholz bzw. Kokosnußschale deponieren, da diese Fische Zellulose zur Verdauung benötigen!

(IB)

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