fillTeaser   Aktueller Fall - GloFish in Großbritannien


Nachdem Mitte März ein Fall in Deutschland bekannt wurde, wo genmanipulierte Fische verkauft werden sollten, wurde nun aktuell auch ein ähnlicher Fall aus Großbritannien bekannt.


Ein englischer Aquarianer hat Anfang April einem Online-Dienst mitgeteilt, dass er bereits sogenannte "GloFish" nachgezüchtet hat, welche er vor einiger Zeit in einem normalen Aquariengeschäft kaufte. Der ungenannte Einzelhändler verkaufte diese Fische als "Rote Danios". Dieser Händler behauptet, daß die Fische in Großbritannien aus der Tschechischen Republik importiert wurden, wo sie massenhaft gezüchtet werden, nachdem die ursprünglichen Bruttiere aus Asien eingeschmuggelt wurden.

Sein Kontakt in der tschechischen Republik, der die Fische gezüchtet und die Identität der in Großbritannien gefundenen Fische bestätigt, behauptet, dass Züchter dort große Anzahlen dieser Fische halten: "Tschechische Züchter haben tausende von ihnen und versuchen verzweifelt, sie zu verkaufen, weil die Geldstrafen in der tschechischen Republik für das Halten, das Züchten und das Verkaufen dieser Fische sehr hoch sind."
So ist zu vermuten, dass auch die in Kiel beschlagnahmten Tiere nicht, wie berichtet, aus Polen sondern ebenfalls aus tschechischen Zuchtbetrieben stammen.

GloFish


Es handelt sich auch nicht um eingefärbte Tiere sondern in der Tat um die genmanipulierte Abart. Der Aquarianer erklärte, es wären sehr auffallende Fische. Auch bei adulten Tieren, die er vor einigen Wochen erhielt, verblassen die Farben nicht. Es gibt keinen Unterschied bezüglich ihrer Farbe, selbst wenn sie laichen, wo die gleiche intensive Farbe vorherrscht. Die Bruten sind noch sehr klein, aber sie scheinen schon dann etwas rot zu schimmern.

Die betreffenden Zebrabarben, Danio rerio, enthalten ein Gen von einer Koralle, welches ein rotes Leuchtstoffprotein produziert, das den Fischen eine helle rosafarbene Farbe gibt und sie veranlasst, unter UV-Beleuchtung zu fluoreszieren. Im Gegensatz zu den früheren Berichten sind die Fische nicht steril. Das Geschäft, welches die Fische verkauft, hatte neben den normalen Barben weitere drei Arten genetisch veränderter Zebrabarben vorrätig.

Auch in Großbritannien ist der Import, Handel und der Erwerb von genmanipulierten Zierfischen verboten, es sei denn, es bestehen für bestimmte Arten explizite Freigaben.

Es bleibt für die Zukunft zu hoffen, dass keine sukzessive Infiltration der europäischen Aquaristik mit genmanipulierten Fischen stattfindet und zur Abwechslung mal der gesunde Menschenverstand gegenüber dem Kalkül gewinnsüchtiger Zeitgenossen obsiegt.


(ib) Quelle: PFK Magazine, 30.03.2007 / UK

 

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