fillTeaser   Ausgestorben? Der chinesische weisse Flussdelphin

Baiji

Die bedrohteste Säugetierart der Welt ist der weisse Flussdelphin, der sogenannte Baiji (Lipotes vexillifer), im Jangtse-Fluss in China. Er lebt endemisch, sprich, er kommt nur dort in einem Gebiet von ca. 1,8 Mio. Quadratkilometern vor.

Baiji Vor etwa 30 Jahren gab es dort mindestens 5000 Baijis, 2004 wurde der Bestand nur noch auf 20 bis 100 Tiere geschätzt, zuletzt gesehen wurde nur einer von einem Fischer im Oktober 2004.

Der Grund für die enorme Dezimierung liegt in der stetig weiter steigenden Verschmutzung des Jangtse durch Abfälle aus Industrie, Landwirtschaft und Siedlungen des wirtschaftlich aufstrebenden China.

Doch nicht nur das verschmutzte Wasser trägt zur Ausrottung der Baijis bei, auch die Unmengen von Schiffen, die den Jangtse befahren. Durch den dadurch entstehenden Lärm ist es den Delphinen kaum möglich, sich mittels ihrer ausgesendeten Laute zu orientieren.

Baiji Ein Experten-Team um den Schweizer August Pfluger wollte versuchen, die Delphine umzusiedeln. Hierfür wurde das Reservat Tian'ezhou in der Provinz Hubei von der chinesischen Regierung angeboten. Dort wurde ein 30 km langer Seitenarm des Jangtse unter Naturschutz gestellt.

Für die Umsetzung dieses Rettungsprojektes wurde 2004 eine eigene Stiftung gegründet (LinkBaiji.org), welche durch internationale Vernetzung namhafter Wissenschaftler, entsprechendem Know-how und notwendigen Kapitalgebern unter Federführung von August Pfluger und dem Institut für Hydrologie und Biologie in Wuhan die Arbeit koordiniert.

Keine Hoffnung mehr!

Baiji Offenbar kommt diese Hilfe zu spät, nach über 20 Millionen Jahren scheint der Baiji für immer vom Erdball verschwunden zu sein. Im November 2006 wurde eine groß angelegte Suche nach den letzten Baijis durchgeführt. Auf zwei Schiffen wurde eine Route von etwa 1750 Kilometern zwischen der Stadt Yichang und der ostchinesischen Hafenmetropole Schanghai nach den weissen Delphinen abgesucht. Leider ohne Erfolg.

Auch die Suche auf dem Rückweg von Schanghai zurück an den Startpunkt der Mission in der zentralchinesischen Stadt Wuhan war trotz High-Tech-Ausrüstung erfolglos.

Somit ist sehr wahrscheinlich, dass die ehemalige Flussgöttin des Jangtse offiziell für ausgestorben erklärt wird und wieder eine Tierart durch menschlich bedingte Umweltveränderung unwiderbringlich ausgelöscht wurde.

(ib) Quellen: swissonline und Baiji.org

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